Lidové noviny - Tschechien | Freitag, 20. April 2012Luboš Palata jubelt nicht über tschechisch-slowakische Freundschaft
Der neue slowakische Premier Robert Fico kommt am heutigen Freitag zu seinem Antrittsbesuch in Tschechiens Hauptstadt Prag. Traditionell besuchen sich neugewählte Repräsentanten beider Länder gegenseitig zuerst, um das besondere gemeinsame Verhältnis zu betonen. Beide Nationen lebten 70 Jahre in einem Staat. Kommentator Luboš Palata bedauert in der konservativen Tageszeitung Lidové noviny, dass die Bündnisse zu anderen Nachbarn qualitativ deutlich schlechter sind: "Der Rückkehr zu historisch weit stärkeren gemeinsamen Wurzeln, etwa zwischen Tschechen, Deutschen und Österreichern oder zwischen Slowaken und Ungarn, steht vieles im Wege. Im Falle Deutschlands die unterschiedlichen Vorstellungen über das künftige Europa. Im Falle Österreichs die Vergangenheit. ... Man kann also über die außerordentlichen Beziehungen zu den Slowaken nicht nur jubeln. Sie wirken im heutigen Europa wie ein Überbleibsel. Zu ähnlichen neuen Freundschaften sind wir nicht fähig. Weder wir Tschechen, noch die Slowaken."
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