Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Montag, 9. Juli 2012

Londons Geldgier gefährdet sozialen Frieden

In drei Wochen beginnen die Olympischen Spiele in London. Die Stadt ist Urheber und Nutznießer der Finanzkrise, weshalb es nach Ansicht der linksliberalen Süddeutschen Zeitung eigentlich nichts zu feiern gibt: "Sie ist der sichere Hafen für Reiche aus den wirtschaftlich taumelnden südeuropäischen Staaten, die ihr Geld in Immobilien stecken. ... Bürgermeister Boris Johnson ... lud jetzt sogar Franzosen ein, die entnervt der sozialistischen Hochsteuerpolitik des neuen Präsidenten François Hollande entrinnen wollen, sich hier niederzulassen. ... Seit dem 'Big Bang', dem Urknall der großen Börsen-Liberalisierung Mitte der 80er Jahre, steht die Stadt für einen entfesselten Finanzmarktkapitalismus. Hier sind die toxischen Wertpapiere und Derivate kreiert worden, die die Welt an den Rand des wirtschaftlichen Abgrunds brachten. ... Es gehört wenig Phantasie dazu, sich vorzustellen, dass die Jugendunruhen, die im vergangenen Sommer die Stadt erschütterten, jederzeit wieder ausbrechen können. Das könnte auch die Olympia-Party-Laune trüben."

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