Capital - Rumänien | Freitag, 5. September 2008Land ohne Autobahn
"In den vergangenen 20 Übergangsjahren wurden in Rumänien nicht einmal hundert Kilometer Autobahn gebaut", schreibt die Wirtschaftszeitschrift Capital. "Ich glaube nicht, dass es ein europäisches Land gibt, dass weniger gebaut hat. Immer hatten wir andere Prioritäten, niemals war die Infrastruktur darunter. Hinzu kam der Mangel an Geld, eine schlechte Gesetzgebung und Inkompetenz im Infrastruktur-Bereich. Jetzt wird die fehlende Infrastruktur zur Bremse für die Entwicklung des Landes. Es reicht ein einziges Beispiel: Mercedes hat sein Werk in Ungarn gebaut, obwohl unser Land unter den Favoriten war, doch da die Straßen und Autobahnen, die die Deutschen von Mercedes brauchten, nur auf dem Reißbrett vorhanden waren, sahen die Ungarn besser aus. Und das ist ein Fall in den Medien. Nur der Herrgott weiß, wie viele andere Investoren einen Bogen um Rumänien gemacht haben, ohne Tam-Tam zu schlagen, nur weil unsere Infrastruktur keine Unternehmensentwicklung zuläßt. ... Ein anderes Problem ist das der ungelösten Eigentumsverhältnisse ... die wenigen Projekte, die begonnen wurden, sind aus diesem Grund holprig: Um beispielsweise Straßen zu verbreitern, muss man die Zustimmung von Grundbesitzern haben. Doch dazu muss man erst einmal wissen, wen man enteignen muss ... Studien sagen klar, dass Länder, die sich wirtschaftlich entwickelt haben einen gemeinsamen Nenner besitzen: ein juristisches System über Eigentumsverhältnisse und eine entsprechende Infrastruktur."
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