Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Dienstag, 9. Juni 2009

Rosé-Wein aus weißen und roten Trauben ist Etikettenschwindel

Zur Entscheidung der Europäischen Kommission, dass Rosé-Wein künftig ausschließlich aus roten Trauben gewonnen werden darf, schreibt die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Wenn Tippelbrüder einen sauren Weißen mit einem kratzigen Roten panschen, wird man sie nicht daran hindern wollen. ... Das kann die EU-Kommission nicht für sich in Anspruch nehmen, die solcherart von ihren Mitgliedern hergestellten 'Rosé' auf die Weintrinker loslassen wollte. Da fragt man sich, ob Europa keine anderen Sorgen hat. Bacchus sei Dank hatte die Kommission jetzt ein spätes Einsehen, wenn auch nur nach verzweifelter Gegenwehr der Winzer. ... Rosé ist Wein, der ausschließlich aus roten Trauben gewonnen wird. Wenn eine billige Mixtur, die aus Rotem und Weißem zusammengerührt wurde, auch Rosé heißen darf, ist das Etikettenbetrug. Eine Lösung dürfte für die Kommission gar nicht so schwer zu finden sein: Für die Unterscheidung, ob Rosé oder das andere Gesöff in der Flasche ist, braucht jenes doch nur eine eigenständige Bezeichnung. Zum Beispiel Pennerglück."

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