Hospodářské noviny - Tschechien | Dienstag, 9. Juni 2009

Petr Kamberský über die Unlust auf mehr Einheit in Europa

"Die Lehre aus den [Europa-] Wahlen ist elementar: Es existiert keine größere Sehnsucht nach einer stärkeren Integration", schreibt Petr Kamberský in der Wirtschaftszeitung Hospodářské Noviny. "Es gibt deshalb [auch] keinen Grund, die Einigung zu verstärken. ... Es gibt keine europäische Nation. Die Vereinigten Staaten von Europa sind ein Traum aus den Literaturcafés, keineswegs aber absehbare Realität. Weltläufig sind Studenten, eine Handvoll Geschäftsleute und Profis. Die pendeln quer über Kontinente, weil ihre einzigartigen Dienste überall gebraucht werden. Der Rest Europas bleibt auf der heimatlichen Scholle, wenn man davon absieht, dass er sich an zehn Wochenenden des Jahres zu Ausflügen auf nach Porto, Ljubljana oder Prag macht. Die Unlust der Menschen auf eine Einigung bedeutet aber nicht, dass man keine Lust auf Europa mit seinen vier Grundpfeilern hat. Die Entscheidungen über die Freizügigkeit von Menschen, Waren, Dienstleistungen und Kapital fällt jedoch die undemokratische Europäische Kommission, nicht das Parlament. Das verabschiedet nur eine überflüssige Resolution nach der anderen."

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