Sme - Slowakei | Freitag, 3. Juli 2009Neues slowakisches Sprachengesetz ist zu nichts gut
In der Slowakei ist eine Novelle des Sprachengesetzes in Kraft getreten. Die Novelle sieht für Verstöße gegen die Pflicht zur Benutzung der slowakischen Sprache Strafen von bis zu 5.000 Euro vor. Ungarische Politiker sehen darin einen Angriff auf die ungarische Minderheit in der Slowakei und deren Sprache. Die liberale Tageszeitung Sme hat ebenfalls Vorbehalte: "Die Regierungspolitiker behaupten, sie wollten mit dem Sprachengesetz sichern, dass die Slowaken auch im Süden des Landes [hier lebt vor allem die ungarische Minderheit] öffentliche Informationen auf Slowakisch bekommen und die Sprache auch bei Behörden gilt. Das ist in Ordnung. ... Das Gesetz greift jedoch gegen den gesunden Menschenverstand auch in die zwischenmenschlichen Beziehungen ein, wie es im erwachsenen Europa beispiellos ist. Noch absurder als die Forderung, dass die [ungarischsprachige] Tageszeitung Új Szó alle geografischen Begriffe slowakisch zu schreiben hat, ist das Ansinnen, dass Angehörige der Minderheit untereinander Slowakisch zu reden haben. Wozu soll das gut sein?"
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