Svenska Dagbladet - Schweden | Freitag, 19. März 2010

Schwedens Parlament belastet Beziehungen zur Türkei

Der Beschluss des schwedischen Parlaments, das Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord zu bezeichnen, ist in Schweden weiterhin stark umstritten. Er ist in der vergangenen Woche gegen den Willen der bürgerlichen Regierung gefasst worden. Die Tageszeitung Svenska Dagbladet warnt vor weiteren Alleingängen der Parlamentarier: "Kurz nach der schwedischen Entscheidung erklärte der türkische Premierminister Erdoğan, er sei beunruhigt darüber, dass der Beschluss den zerbrechlichen Versöhnungsprozess mit Armenien beeinflussen könnte. Gestern legte er mit der Drohung nach, 100.000 Armenier deportieren zu lassen. So viel zum Versöhnungsgedanken. ... Nein, dies war leider keine geglückte Aktion [des schwedischen Parlaments]. Am meisten sind jetzt wahrscheinlich jene erfreut, die die Türkei nicht in der EU sehen wollen. ... Hier zu Hause können wir einfach nur hoffen, dass das Parlament nicht beabsichtigt, seine neue Laufbahn als Außenministerkollektiv fortzusetzen."

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