Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Montag, 22. März 2010

Türkisch-iranische Annäherung ist suspekt

Die türkische Regierung will mehr Handel mit dem Iran treiben, während der Westen wegen Teherans Atomprogramm über verschärfte Sanktionen gegen das Land nachdenkt. Die Türkei sollte nicht zu weit gehen, meint die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Offiziell folgt man damit einer Diversifizierung der türkischen Politik, wie sie von Außenminister Davutoglu entworfen worden ist. Ihre Grundidee ist, die Westorientierung der Türkei durch eine Öffnung zu den islamischen Nachbarstaaten, denen man durch Religion und Geschichte nahesteht, zu ergänzen. Zumindest für Ministerpräsident Erdogan und Staatspräsident Gül dürfte gerade die religiöse Komponente besonders wichtig sein. Bis zum Aufstieg der konservativ-islamisch geprägten Regierungspartei AKP war das Verhältnis zwischen Ankara und Teheran lange nicht das beste. Das hing mit dem Säkularismus [des Staatsgründers] Atatürks zusammen. Die Türkei ist Mitglied der Nato und der Europäischen Union assoziiert. Man sollte darauf achten, wie weit sie die Annäherung an Iran noch treiben will."

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