Delo - Slowenien | Freitag, 30. Juli 2010

Grobe Globalisierung bei Fiat

Fiat-Chef Sergio Marchionne hat Investitionen im Wert von 20 Milliarden Euro versprochen und verlangt dafür Anpassung und Gehorsam von Staat und Arbeitnehmern, meint die Tageszeitung Delo: "Was Marchionne macht, ist Globalisierung in seiner saubersten und gröbsten Form. Die Globalisierung mag keine Tarifverträge, Gewerkschaften und auch keine Handelskammern. Er hat zwar erlaubt, dass man ihn ein wenig in die Enge getrieben hat und die Produktion in Pomigliano bei Neapel erhält, doch hat er dort ein neues Unternehmen geschaffen, außerhalb der Kammer, ohne Tarifverträge und Absprachen mit der Gewerkschaft. ... Jetzt sind alle erschüttert. Die Regierung, die sich nur mit sich selbst anstatt mit der realen Welt beschäftigt hat, die Handelskammer, die ohne Fiat ... nicht mehr so mächtig ist, und auch die Gewerkschaften erwachen langsam aus ihrem langen Winterschlaf ... . Die Zeiten, als alle mit ideologischen Unterschieden spielen konnten, sind vorbei. Marchionne hat das Jahrhundert der Kämpfe und Erfolge auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen."

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