Heti Válasz - Ungarn | Donnerstag, 29. Juli 2010

Jarosław Giziński über das traurige Trauma der polnischen Opposition

Das politische Leben in Polen wird immer noch von der Flugzeugkatastrophe nahe Smolensk überschattet, schreibt der Chef der Außenpolitikredaktion von Newsweek Polska, Jarosław Giziński, in der konservativen Wochenzeitung Heti Válasz: "Obwohl das Flugzeugunglück von Smolensk mehr als ein Vierteljahr her ist, will das Trauma nicht schwinden ... . Die Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS), die beim Flugzeugunglück 'ihren Präsidenten' Lech Kaczyński und zahlreiche prominente Politiker verloren hat, kann den Schock nicht überwinden. Umso mehr, als der Zwillingsbruder des ehemaligen Staatsoberhauptes bei der Präsidentschaftswahl im Juli dem Kandidaten der Regierungspartei Bürgerplattform (PO), Bronisław Komorowski, unterlegen war. In den Augen der oppositionellen PiS ist das eine Ungerechtigkeit, wäre doch ein Sieg von Jarosław Kaczyński gleichsam eine 'Entschädigung' für den Verlust der national-katholischen Rechten gewesen. ... Obwohl bisher nichts auf ein Attentat hindeutet, kursieren unter den Anhängern des ehemaligen Präsidenten Verschwörungstheorien: Sie sind davon überzeugt, dass die Opfer der Flugzeugkatastrophe, genauer: die 'Gefallenen', in Wirklichkeit 'Märtyrer' sind, die von ihren politischen Gegnern ermordet wurden."

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