Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Freitag, 27. Januar 2012

Schweden zeigt Weg aus der Euro-Krise

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos hat der britische Premier David Cameron Tempo und Entschlossenheit gefordert zur Bewältigung der Euro-Krise. Als Vorbild für diesen Prozess, der auch sozial verträglich sein soll, empfiehlt die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung die nordischen Länder: "Schweden und Finnland sind Anfang der neunziger Jahre mit überdimensionierten Wohlfahrtsstaaten in eine Wirtschafts- und Bankenkrise geschlittert, die in ihrer Schwere der derzeitigen Krise in Europas Problemstaaten in nichts nachstand. Heute gehören diese Länder wieder zu den reichsten und wirtschaftlich erfolgreichsten Europas, ohne dafür ihren sozialen Zusammenhalt geopfert zu haben. ... Die Einsicht, dass Europa für die Zukunft permanente Reformfähigkeit und einen gewissen sozialen Zusammenhalt braucht, hat interessante Implikationen: etwa, dass wirtschaftlicher Erfolg zwar erfolgsorientierter Ungleichheit bedarf, aber eine allzu grosse Kluft zwischen der Elite und dem Rest der Bevölkerung dem Wachstum schadet. Oder dass eine einseitige Belastung der Mittelklasse mit immer höheren Steuern kontraproduktiv wirkt."

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