NRC Handelsblad - Niederlande | Freitag, 27. Januar 2012

Putin eliminiert Gegenkandidaten

Die Zentrale Wahlkommission Russlands hat den liberalen Politiker Grigori Jawlinski von der Oppositionspartei Jabloko faktisch von den Präsidentschaftswahlen in Russland am 4. März ausgeschlossen. Er habe nicht genügend Unterstützer für die Registrierung als Kandidat. Das riecht nach politischer Willkür, um Wladimir Putins Wahl bereits in der ersten Runde sicherzustellen, meint die liberale Tageszeitung NRC Handelsblad: "Jawlinski hat zwar keine Chance auf die Präsidentschaft, aber er bietet jungen Wählern die Möglichkeit zu einer Proteststimme. Putin hofft, dass diese neue Mittelklasse ohne ihn zu Hause bleibt. Das wäre ein doppelter Gewinn, denn deren Stimmen könnte er dann durch Betrug in die eigene Tasche stecken. Aber es ist auch ein Wagnis. Denn seit den betrügerischen Parlamentswahlen im Dezember ist die Zeit von Ja-Sagen und Apathie vorbei. ... Wenn es den Gegnern von Putin gelingt, im Kampf um ehrliche Wahlen die Reihen geschlossen zu halten, könnte der Ausschluss von Jawlinski sogar einen Bumerang-Effekt haben. ... Ein Präsident Putin, der in nur einer Runde gewählt wurde, ist jetzt schon nicht mehr glaubwürdig."

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