Trouw - Niederlande | Mittwoch, 1. Februar 2012Burka-Verbot zeigt falschen Umgang mit Migranten
Die niederländische Regierung hat am vergangenen Freitag einem Gesetzesentwurf für ein Burka-Verbot zugestimmt. Das Land hat den Umgang mit Minderheiten verlernt, klagt die christlich-soziale Tageszeitung Trouw: "Die heutige Demokratie wird immer mehr von einer libertinischen communis opinio dominiert, wobei Demokratie gleichbedeutend ist mit dem einfachen Willen der Mehrheit. Merkwürdigerweise bedeutet libertinisch dabei nicht, dass das 'Leben und Leben lassen' ausreicht. Gerade die heutige Demokratie sorgt für mehr Gebote und Verbote. Jeder muss sich der allgemeinen Norm der Mehrheit fügen. ... Das Burka-Verbot ist dafür das jüngste traurige Beispiel. ... Die Kunst, das Eigene der Minderheiten zu akzeptieren und sie dennoch mit diesem Eigenen in die Gesellschaft zu integrieren, verschwindet in den Niederlanden immer mehr. Einerseits werden wir immer liberaler, andererseits nimmt die Angst vor dem Abweichenden zu. Nicht umsonst begründet das Kabinett das Burka-Verbot mit dem Hinweis auf die öffentliche Sicherheit."
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